Montag, 24. Dezember 2012

Ihre Meinung als Historiker bzw. Geschichtsbeflissener ist gefragt?

Question by Wilhelmo: Ihre Meinung als Historiker bzw. Geschichtsbeflissener ist gefragt?
Ein Historiker aus Paraguay hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Engländer bzw. die britischen Politiker hinter den meisten Kalamitäten stünden, die in der Welt zu verzeichnen waren bzw. sind.
Er führte u.a. folgende historische Begebenheiten auf:
Das Geschick der Malvinas, Falkland Islands
Gibraltar, das im spanischen Erbfolgekrieg unter Admiral Rocke von einer niederländisch-britischen Flotte erobert wurde.1713 nach dem Vertrag von Utrecht trat Spanien nur den Niessbrauch nicht die eigentümliche Trägerschaft ab.
Der Burenkrieg in Südafrika. Osteuropa für Stalin 1945. Rot-China. Gründung Israels 1948 als Folge der Balfour-Decl.. 1947 Entlassung.Indiens,Pakistans als unabhängig, mitsamt Fokus.Katschemira. - .Bomben auf Dresden, Nordirland, u.v.a.m.


Best answer:

Answer by Alberich
Aha! Dann sind also die Engänder an den Kreuzzügen Schuld, an den Pestepidemien des Mittelalters, am großen Nordischen Krieg, an der Französischen Revolution, am Herero-Aufstand, der Judenverfolgung im dritten Reich, am Atombombenabwurf auf Nagasaki, am Mauerbau...



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5 Kommentare:

  1. eine ziemlich spekulative these, mit einem körnchen wahrheit. es ist einfach so, dass alle regionalen "grossmächte" oder gar "weltmächte" zu allen zeiten der geschichte zwangsläufig einen einfluss auf den weiteren verlauf der zeiten hatten. für die indios mittel- und südamerikas war der einfluss spaniens weitaus verheerender als der englands. für die völker schwarzafrikas war der portugiesische einfluss (als grossmafia des sklavenhandels) weitaus verheerender als jeder andere. hinter den "kalamitäten" im kaukasus stehen eher die russen als die engländer - und die völker im pazifik, korea und china werden eher den einfluss japans als denkwürdig in erinnerung behalten. ja, mit sicherheit hatten und hat auch die britische politik ihre langzeitwirkungen - genauso wie jene der usa. und, auch wenn uns das kaum bewusst ist, haben uns europäer römische kultur- und rechtsvorstellungen bis auf die knochen gefärbt, auch heute noch. was nun der paraguayische historiker so explizit behauptet, klingt daher etwas sehr einseitig.

    was etwa die falkland-inseln angeht, ist dann doch eine etwas sehr einseitig südamerikanische perspektive. die nachfahren südeuropäischer zuwanderer nach südamerika empören sich über die nachfahren britischer nachfahren in südamerika. so nach dem motto, wir haben die indios zuerst platt gemacht, wir waren zuerst da, dann gehören uns auch die inseln?

    die gründung israels den briten in die schuhe zu schieben ist hingegen ein dickes ei. vor der gründung israels lagen jahrhunderte der drangsalierung und vertreibung vor allem in europa (und bei weitem nicht nur in england), die massaker im späten 19 JH in der ukraine und russland, die daraufhin folgende zionistische bewegung, der massenhafte landverkauf palästinensischer scheichs an juden, die konferenz von evian (in der praktisch sämtliche völker der welt eine aufnahme von juden verhinderten) und der anschliessende genozid der deutschen an den juden, die massenhafte vertreîbung von juden aus arabischen staaten - wie du siehst, so bedeutend war die britische rolle dabei auch nicht.

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  2. Das ist eine populistische Aussage und keine wissenschaftlich fundierte.
    Fakt ist, das Großbritannien ca. 300 Jahre die mächtigste Nation der Welt war und ein immenses Kolonialterritorium besaß. Der Erwerb dieser Kolonien lag im damaligen Zeitgeist begründet. Auf Grund dieser Größe ist es auch ein logischer Schluss, das England an vielen Kriesen beteiligt war. Für die Gründung Israels, was du als Übel bezeichnest (du solltest deine politische Einstellung überdenken), war aber nicht Großbritannien verantwortlich, sondern die UN, die auf dem Boden des Völkerbundmandatsgebiets Palästina einen Staat für Juden und einen für Palästinenser schaffen wollte. Das erwähnte Ereignis "Stalin erhält Osteuropa" waren aber nicht die Engländer verantwortlich. Churchill misstraute Stalin zutiefst, Roosevelt, der US-Präsident hingegen hielt Stalin für ungefährlich. Zudem wurde die Verteilung Europas für die Nachkriegszeit bereits auf den Konferenzen von Teheran und Jalta geregelt, die schon vor 1945 waren.
    Dies waren nur mal zwei Beispiele wo deine Argumentation fehlerhaft ist.
    P.s.: Deutsche Politiker waren maßgeblich an den Ausbrüchen von 2 Weltkriegen beteiligt. Französische Politiker am Ausbruch des Indo-Chinakriegs und des Algerienkriegs. Mach dir mal darüber Gedanken!

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  3. Hallo zusammen.

    Ich denke, dass ohnehin die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssten. Columbus hat nicht Amerika entdeckt. Gutenberg hat nicht den Buchdruck erfunden. Marco Polo hat nicht die Nudeln mitgebracht. Und das ist ja noch harmlos.

    Tatsache ist, dass der Sieger die Geschichte schreibt. Ein gutes Beispiel ist das alte Rom. Rom hatte den Begriff "Barbaren" geprägt, um die Bürger von Rom zu überzeugen, dass die "Barbaren" (Kelten) ein rückständiges Volk seien, die Kinder essen. Aber die Kelten waren nicht einfältig, hatten ein ausgeprägtes, funktionierendes Handeslnetz, ausgeprägtes Kunsthandwerk usw. Aber diese Propaganda hat Rom zum Sieg verholfen und sich außerdem bis heute erhalten.
    Wie gesagt, der Sieger schreibt die Geschichte. Heute sind es die USA, die die Rolle von Rom eingenommen haben, und England sind gute Freunde der USA.
    Es ist heute nichts außergewöhnliches, wenn der Sieger die Medien entsprechend manipuliert, um das eigene Bild in das rechte Licht zu setzen, das war schon immer so.....
    Heute allerdings geht das noch viel perfekter mit unseren Medien.
    Die Frage ist nur, zu welcher Gruppe man sich zählt, zu den Siegern oder den Besiegten. Das war auch schon immer so......
    Ich finde, die Anzahl der Opfer oder die Grausamkeit der Kriegsverbrechen sind nicht das wichtige, weil es nicht mehr zu ändern ist. Wichtig finde ich, dass wir für unsere Kinder beginnen, nicht mehr den Krieg zu lehren. Das beinhaltet, dass wir "alte Rechnungen" nicht mehr einfordern.

    Aber nicht zu übersehen ist, dass es verboten ist, bestimmte positiven Bemerkungen über die Geschichte von Deutschland zu machen, wenn Sie das dritte Reich betrifft.
    Das hat man ja bei dem Auftritt mit Eva Hermann gesehen.
    Das halte ich für bedenklich und ist eine Gefahr für die Demokratie, vor allem auf die Art, wie es geschieht. Die Methoden, die heute anscheindend Medienübergreifend wirken, erinnern nämlich an die Methoden aus dem dritten Reich. Man denke an Lafontaine und sein gebrauchtes Wort "Fremdarbeiter". Wer denkt da nicht an Monthy Python, im Film "Das Leben des Brian" mit der Szene "Jehova, Jehova...."
    Das ist in einer Demokratie, wenn Sie sich wirklich so nennen will, wirklich unwürdig.

    Aber wir alle werden sehen, was passieren wird...
    Wenn wir die Vergangenheit als Spiegel sehen für die Zukunft, sehe ich schwarz......
    Die Dezimierung der Menschheit steht bevor, es ist nur eine Frage der Zeit. Weltkrieg, Seuche, Hunger, Durst. Wir sollten die letzten Tage in Frieden genießen und so viel wie geht lieben, das Ende dieser uns bekannten, vertrauten Welt steht bevor.
    Aber mir ist das egal, weil ich keine Kinder habe....

    Michi

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  4. Es hat sicher fundierte Gründe, dass die Politik Grossbritanniens auf der ganzen Welt verhasst ist, riesengrosse Tatkomplexe schwerer Verbrechen stehen mit dem Kolonialismus in Zusammenhang, nicht nur in der Vergangenheit - die Folgen reichen bis in die Gegenwart hinein - und dennoch halte ich die Aussage des paraguayanischen Historikers für übertrieben, weil die Taten Grossbritanniens seit den letzten Dekolonialisierungskriegen inzwischen von anderen um einiges überboten wurden.
    Im Übrigen gibt es in England auch viele Menschen, die sich für den Frieden und gegen Unterdrückung eingesetzt haben. In diesem Land würde ich vorsichtig sein damit, von "den Engländern" zu sprechen.

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  5. Großmachtpolitik ist nun mal Großmachtpolitik
    Die meisten aufgeführten Beispiele kommen, wie schon von den anderen erwähnt, aus der Zeit des Imperialismus. Obs die Politik eines Friedrich II. ist, der aus Eroberungsgelüsten einen Krieg gegen Österreich anfängt, oder Russland, dass nach und nach fast die Hälfte Asiens erobert hat, oder die Azteken, die äußerst blutig und grausam ihr Imperium in Mittelamerika errichteten.
    Die europäische Geschichte ist bis zu den Weltkriegen geschickt mit Kriegen von allen Seiten - keine Seite war dabei besser oder schlechter als die andere.
    Und was die Falklandinseln angeht: Argentinien kann a) nicht sagen, ein Staat der ursprünglichen Bewohner dieses Landes zu sein, sprich alles Einwanderer und damit sind "natürliche" Grenzen schon mal nicht drin - und b) liegen die Inseln zwar auf dem gleichen Kontinentalschelf, aber das gilt auch für Paraguay, Uruguay oder Chile...
    Noch eine kleine Note zur Gibraltar: Spanien muss da nicht meckern - ich sag nur Melilla und Ceuta

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