Question by trawa: wie veränderte die pest den glauben der menschen?
(unter der annahme, die pest sei ein auslößer des epochenwandels zur renaissance hin gewesen.)
es fand ja ein wandel der konzentration vom jenseits aufs diesseits statt.nur wieso durch d.pest?sie waren es doch gewohnt gottgefällig zu leben u.sich mit ihrem schicksal abzufinden.zudem hatten sie doch die hoffnung auf das paradies und der schwarze tod war nicht die erste seuche die europa befiel (1/3 tote, ich weiß, aber trotzdem...) .
wieso wandelte sich gerade in dieser schweren menschheitsphase der glaube, wo er doch am ehesten trost spenden konnte? liegts daran, dass man annahm die pest sei eine strafe für sündiges leben? ist doch wohl eher wiedersprüchlig, oder?
oder lag es daran, dass das große sterben der gesellschaftlichen struktur wiedersprach (der tod machte vor niemandem halt, auch nicht vor klerus und adel) ?
ich hoffe ihr könnt mich in die richtige richtung bringen, bisher leuchtet es mir nicht 100 %ig ein...
Best answer:
Answer by Leony
Mein Tip ist nicht ganz in dem Stil von YC. Am besten besorge dich und lese das Buch des französischen Nobelpreisträger Albert Camus "Die Pest" (Auszug: "....die verschiedenen Verhaltensweisen der Menschen in ... man an einen Gott glauben, der die Pest und das damit verbundene Leid zulässt? ..."
Ist es dich interessant geworden? Das Buch findest du bei www.bol.de, versandkostenfrei, Preis ca. 8 Euro.
Kurzbeschreibung
Albert Camus' erfolgreichster Roman in der neuen Übersetzung von Uli Aumüller «Die Pest», 1947 in Frankreich erschienen, gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Der Roman wurde zumeist als politische Allegorie oder als existentialistische Parabel gelesen. Albert Camus seziert hellsichtig das menschliche Handeln im Angesicht der Katastrophe: Die algerische Stadt Oran wird von einer rätselhaften Erscheinung heimgesucht. Die Ratten kommen aus den Kanälen und verenden auf den Straßen. Kurze Zeit später sterben die ersten Menschen an einem heimtückischen Fieber. Schließlich erkennt man: Die Pest wütet in der Stadt. Erst nach einem scheinbar endlosen Jahr verschwindet die Seuche, und die Überlebenden feiern ihre Erlösung. «Natürlich wissen wir, daß die Pest ihr Gutes hat, daß sie die Augen öffnet, zum Nachdenken zwingt. Aber gleichgültig, welche Größe einzelne ihr abgewinnen, muß man ein Irrer, ein Verbrecher oder ein Feigling sein, um die Pest zu bejahen.» (Albert Camus)
Beschreibung
Die Pest wütet in der Stadt. Oran wird hermetisch abgeriegelt. Ein Entkommen ist nicht möglich. Albert Camus' erfolgreichster Roman gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. In ihm seziert er hellsichtig das menschliche Handeln im Angesicht der Katastrophe. Eine kongeniale Neuübersetzung von Uli Aumüller.
Warum empfehle ich lieber Albert Camus und kein katholischer Pfarrer ? A. Camus ist ein hervorhebender französischer Schriftsteller, Existenzialist, Nobelpreisträger. Für mich verdient so eine Person mehr Ehre als ein Pfarrer, der ganz anders die Pest und das Verhalten des Menschen interprätieren (deuten) würde.
Glaube mir, man vergisst so ein Buch nicht!
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Die Pest beflügelte den Lebenswillen der Überlebenden dahingehend, dass man sich auf mehr Lebensfreude besann, den Menschen in den Mittelpunkt des Daseins stellte und sich von den auferlegten Kasteiungen und geistigen Einschränkungen der Kirche allmählich abwandte, was mit der Hinrichtung des fanatisch predigenden Mönches Girolamo Savonarola im Florenz des 15. Jahrhunderts begann und schliesslich den Humanismus und die Naturforschung einleitete.
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